ULTRALIGHT FÜR EINSTEIGER: DIE BESTE UL-KOMBO FÜR UNTER 100€ – TEIL 3: DIE SCHNUR

Wer Ultralight angeln möchte, der braucht auch eine extradünne Ultralight-Schnur. Extrem dünn, hochwertig und günstig ist ja nicht immer so einfach zu finden. Aber wie bei der Rute und der Rolle habe ich auch hier das passende Gegenstück für die beste 100-Euro-UL-Kombo gefunden. Also weiterlesen Brudis!

Prolog zur besten 100-Euro-UL-Kombo
Im ersten Teil dieser Serie bin ich auf den ultimativen Low Budget UL-Schwengel von Iron Claw eingegangen. Die Ircon Claw S601L ist mit Sicherheit ihr Geld mehr als Wert. Leider mittlerweile nicht mehr ganz so einfach zu bekommen. Vielleicht ist ja mein Bericht dafür schuld *grins*

Auch bei der Rolle habe ich mich nicht lumpen lassen und mit der Daiwa Ninja 2000A eine richtige Zuckerschnecke aus dem Hut gezaubert in Teil zwei dieser Serie. Besser als der Copperfield es hätte machen können. Die Rolle performt Brudi und das wirklich hammerhart.

Hier geht es aber nicht um UL-Rute oder UL-Rolle, wir wollen die UL-Schnur sehen. Und da gibt es nicht ganz so viel zu melden im Low-Budget-Bereich. Aber ich habe es geschafft und gleich zwei richtig gute Schnüre für den kleinen Beutel ausfindig gemacht. Gogo Gadgetto Spürnase und ab die Post, was ich da gefunden habe.

Was macht eine UL-Schnur aus?

UL-Schnüre sind vor allem dünn. Ich angle gerne Schnüre unter 0,1mm Durchmesser, wenn ich ultralighten gehe. Die Japaner haben da eine ganz eigene Maßeinheit für Schnüre und man liest deshalb bei vielen Schnüren 0,3PE oder 0,4PE. Wer jetzt denkt, dass 0,3PE bedeutet, dass es sich um eine 30er (0,3mm) Schnur handelt, der irrt stärker als die Amis, die damals behaupteten der Irak hätte Massenvernichtungswaffen. Was genau sich hinter PE verbirgt ist nicht in einem Satz zu fassen. Ich beschreibe es mal so: PE ist keine Maßeinheit, die die Dicke der Schnur direkt beschreibt, sondern wieviel Gewicht auf eine bestimmte Länge an Schnur sie wiegt. Dadurch kann man mit einer Formel quasi dann auch die Dicke ableiten. Das geht ungefähr so: Das Ganze wird erst multipliziert, dann addiert und durch die Quadratwurzel wieder dividiert. Am Ende noch ein Purzelbaum und wir haben die PE-Einheit. Ich schwöre, genau so ist die Formel! Aber mal im ernst: Bis auf die Formel, die natürlich totaler Schwachfug war, ist der Rest so in etwa richtig vereinfacht erklärt. 0,3PE sind in der Regel ca. 0,09mm Durchmesser. Meine Lieblingsschnur ist die Varivas Avani Light Game, aber die kostet auch bei 100m mal eben ca. 50 Euro. Damit kommen wir hier aber nicht weit.

Neben dem geringen Durchmesser muss eine UL-Schnur auch möglichst glatt (damit man auf Weite kommt) und dehnungsarm sein. Daher nutze ich für die normale UL-Angelei nur geflochtene Schnüre. Beim Forellen- bzw. Area-Angeln wird meistems monofile Schnur verwendet. Der direkte Kontakt und das Feeling beim Angeln sind beim Ultralighten extrem wichtig. Die Ruten sind ja auch extrem fein und sensibel, das muss die Schnur auf jeden Fall auch wiedergeben.

Shimano Kairiki 0,07mm: Die Low Budget-UL-Schnur von Shimano
Was soll der Mist mit der Geheimhaltung? Richtig! Die Kairiki von Shimano ist auf meiner Daiwa Ninja 2000A aufgespult. Als UL-Schnur natürlich die Shimano Kairiki mit 0,07mm Durchmesser.

Freunde der Sonne, jetzt müsst Ihr aufpassen. Es gibt 2 Farben der Shimano Kairiki. Bitte kauft die neongrüne Schnur und nicht die graue. Es klingt komisch aber die Beschichtung scheint eine andere zu sein. Die graue UL-Schnur der Kairiki ribbelt sich nämlich schneller auf. Kleiner Test? Dann einfach die graue Schnur zwischen Zeigefinger und Daumen rollen und Du wirst sehen, wie die Fransen dir bis in die Nase steigen. Also neongrün Brudi oder wie die bei Shimano heißt: Mantisgreen!

Die UL-Schnur kostet je nach Shop ca. 18 Euro für 100m. Wer ein wenig sucht, findet auch Angelshops, die die Schnur als Meterware anbieten. Dort ist sie in der Regel günstiger zu haben. So habe ich mir auch 150m für ca. 20 Euro inkl. Versand geholt. Manchmal muss man auch einfach ein bisschen Glück mit Angeboten haben.

Die Schnur selber ist für das Geld wirklich hervorragend. Mit der Schnur wurden bereits Hechte gedrillt und das machte ihr nichts aus. Natürlich ist die Shimano Kairiki nicht so glatt wie die Varivas Avani Light Game, aber dafür kostet sie auch nur rund ein Drittel. Die Wurfweiten waren angemessen und es passt einfach. Preis/Leistung ist hervorragend und ich verkaufe den Shit nicht einmal selber! So ist das hier beim Fisherino. Hier wird hart objektiv bewertet!

Eine zweite Schnur, die ich empfehlen kann ist die Major Craft Dangan in 0,3 oder 0,4 PE. Die Schnur ist relativ neu auf dem Markt und beim Start des Tests noch nicht in Deutschland zu haben gewesen. Original Japan-Stuff nämlich. Man bekommt ziemlich krassen Shit für gerade mal 16 Euro aus Japan. Damit ist sie sogar noch günstiger, als die Kairiki und die Schnur ebenfalls ein Preis-/Leistungshit. Apropos´ Hit… I´ve been Looking for Schnüre und sowohl bei der Kairiki, wie auch bei der Dangan macht man einfach nichts falsch. Die Major Craft Schnur ist bei mir im Shop erhältlich. Ich verspreche Euch absolut objektiv bei meinen Tests zu sein. Wem das hier dennoch spanisch vorkommt, soll sich einfach die Kairiki holen. Mehr als empfehlen kann ich ja nicht :) Ist halt beides Fisherino Trusted!

Mein Fazit: Shimano Kairiki mantisgreen 0,07mm oder Major Craft Dangan Braid in 0,3 oder 0,4PE
Ich habe es ja gerade bereits geschrieben. Zugreifen, wenn ihr eine von beiden findet. Hier bekommt ihr ganz klare Preis-/Leistungs-Hits! Aber egal welche Schnur ihr wählt, mit beiden haut Ihr die Barsche aus dem Becken!

PS: Vielen Dank für all Eure Geduld. Es gab wirklich viele Nachfragen, wann der 3. Artikel dieser Serie erscheint und ich habe wirklich lange gebraucht. Also Merci für die Geduld. Ich hoffe doch, dass sich das Warten gelohnt hat :D