Testbericht: Fanatik Baits Raider

Testbericht: Fanatik Baits Raider

Mini-Gummis? Mag ich! Mini-Krebse? Mag ich noch mehr! Mal ein paar Würfe mit Mr. Fisherinos neuester Entdeckung machen? Hells yeah! Ich habe meine neuen kleinen Freunde von Fanatik Baits eingepackt und mal ein bisschen durchs Wasser hüpfen lassen. Und um mit einem Wickie-Zitat zu spoilern: Ich bin entzückt!

Prolog zum Fanatik Baits Raider

Wer sich zum Angeln mit Vorliebe an kleinen Bächen und Flüssen entlang durchs Unterholz schlägt (wie ich), hat notgedrungenerweise über die Jahre schon viel zu viel Geld in allerhand Gummi-Getier investiert (wie ich). Eine Larve, Gummifischchen oder Krebslein zwischen 1″ und 2″ in meinem Rucksack zu finden, ist keine wirkliche Sensation – sagen wir es so.

Vor allem Creature Baits wie eben Krebschen in kleinsten Größen sind bei mir immer am Start. Die Tierchen krabbeln schließlich in jedem Gewässer rum und sind vor allem in kleinen Fließgewässern bei so ziemlich allen interessanten Fischen auf dem Speiseplan, egal, ob friedlich oder raubend. Der dementsprechende erste Eindruck vom Raider, als ich ihn aus dem Päckchen hole: Das kann lustig werden!

Fanatik Baits Raider: Die Features

Was gibt’s zum Raider zu sagen? Zunächst mal das Offensichtliche – das Ding ist eine richtig geile, realistische Nachahmung eines kleinen Krebs. Die massiven Scheren spielen sehr lecker an den dünnen Ärmchen, die je nach Ködergröße drei oder vier Fühler sowie die kleinen Beinchen tragen zum feinen Spiel des Köders bei.

Erhältlich ist der Raider im Shop in zwei Größen – 1,6″ (43mm) und 2,2″ (56mm) – und insgesamt fünf Farben. Mit einem olivgrünen, einem braunen und einem orangen Dekor sind die natürlichen Farben abgedeckt, für trüberes Wasser gibt’s die Krebse noch im UV-aktiven Violett sowie in Gelb. Der supergeheime Fanatik-Lockstoff ist logischerweise bei allen Tierchen verarbeitet, kleine, oft glitzernde Flocken im Gummi runden das klassische Fanatik-Design ab.

Der Fanatik Baits Raider im Praxistest

Vorweg: Der Raider ist ein absoluter Alleskönner, was Montage und Präsentation angeht. Gefischt habe ich ihn hauptsächlich an der Cheburashka und am Mini-Jigkopf, alle gängigen Finesse-Rigs oder auch beim Dropshotten sollte er ebenso funktionieren. Auch bei der Präsentation kann man fast nix falsch machen: Einfach einkurbeln, hüpfen lassen, „anzittern“ oder über den Boden schleifen – alles funktioniert, alles sieht gut aus und vor allem: bringt Fischis!

Was Barsche angeht weiß ich nicht, ob ich jemals einen zuverlässigeren Köder am Snap hatte, was das Aufspüren der gestreiften Kollegen angeht. Zugegeben, vor allem beim kleineren Modell geht die Quantität der Fänge zu Lasten der Größe, aber wenn es an bestimmten Stellen beim langsamen Ruckeln über den Grund bei jedem Wurf einschlägt, ist das verkraftbar, hehe. Und egal ob Alpensee oder kleiner Stadtbach – die Barsche sind in bemerkenswerten Mengen auf den Raider geknallt.

In schnellerer Strömung darf man ihn auch gerne mal für eine schöne Forelle mit Tempo durchs Wasser flitzen lassen, unter dem Strich hat der Raider aber zuckend und wackelnd am Boden geführt am meisten Fisch gebracht – auch Salmoniden. Da packt vielleicht auch mal die eine oder andere Trutta zu, die einen Spinner oder Wobbler vorbeizischen lassen würde. Und bei Weitem fängt der Raider nicht nur Gestreiftes und Gepunktetes: auch Döbel und eigentlich friedfertigere Kameraden wie Rotfedern hatten einen gesunden Krebs-Hunger. Sogar Hechtkontakt gab’s, da wurde aber mit einem 0,18er Vorfach leider kurzer Prozess gemacht…

Einziger großer Kritikpunkt der Testphase war die Haltbarkeit der Scheren beim 1,6″-Modell. Das ist so filigran, dass es keinen großen Räuber, sondern schon einen handlangen Barsch oder einen unglücklichen Hänger braucht, um die Scheren abzureißen. Funktionieren tun die Dinger zwar auch noch mit einer Schere (und wenn man einen futterneidigen Barschschwarm erwischt hat wohl auch ohne), ärgerlich ist der Materialverschleiß trotzdem.

Fanatik Baits Raider: Fazit

Was bleibt zu sagen? Der Raider ist ein zuverlässiger Fischfinder und holt auch die vorsichtigen Fische aus dem Unterstand. Quantität geht zwar über Qualität, schließt sie aber auf keinen Fall aus! Das Scheren-Problem des 1,6″-Modells kann ärgerlich sein, die Fängigkeit hat das zumindest bei mir aber klar wettgemacht. Der Raider macht unfassbar Bock, weil er so viele Fischarten fängt und bei der Präsentation ein krasser Allrounder ist. Kann man sich gut und gerne mal holen, so ’ne Packung!