Auf Grund des hohen Bestellaufkommens kann es eventuell zu kleinen Lieferverzögerungen kommen

Reisebericht: „Das wird kein Angelurlaub!“

Moin Leute,

für alle die mich noch nicht kennen: Ich bin Ferdi, 27 Jahre alt, Geographie Student und seit 2 Jahren Teil der #FisherinoCrew.
Im vergangenen Oktober ging es für mich mit meiner Freundin und unserem Labrador Balou für vier Tage in das gelobte Land der Raubfischangler – in die Niederlanden. Viele von euch werden ihn möglicherweise kennen, den Spagat zwischen Familie und dem Verlangen seine Köder durch jeden noch so kleinen Tümpel zu schleifen. Schon im Vorfeld wurde meine Liebste nicht müde mich daran zu erinnern: „Das wird kein Angelurlaub!“.
Doch vor meinem inneren Auge sah ich mich bereits dicke Hechte, bockige Zander und fette Barsche drillen.

Mir oblag es nun die gemeinsame Unterkunft zu buchen: Gemütlich sollte es sein, entweder am Meer oder einem sonstigen Gewässer und mit genügend Auslaufmöglichkeiten für den Hund. Also entschied ich mich für einen kleinen Bungalow Park, welcher auf einer Landzunge zwischen einem großen See und einem der Maas Altarme lag. Natürlich nicht ohne vorher mit Hilfe von Tiefenkarten nach interessanten Strukturen zu suchen. Ich ging dabei besonders akribisch vor, da mir zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass ich nicht genügend Zeit haben würde, um die Gewässer ausgiebig vor Ort zu erkunden. Eine lange Abbruchkante im See, ein kleiner Yachthafen sowie ein großzügiger Badebereich mit Sand und Kiesboden konnte ich bei meinen Internetrecherchen bereits entdecken.
Ebenso einen kleinen Industrieanleger um den herum großzügig gebaggert worden war, um den nötigen Tiefgang für große Frachter im sonst flachen Maas Altarm zu gewährleisten. Für mich alles vielversprechende Ecken, um nach hungrigen Raubfischen zu suchen.

Als nächstes stellte sich nun die Frage wie ich mein Tackle am effektivsten zusammenstellen würde und dabei gleichzeitig A.) Meine Freundin nicht mit zu viel Tackle zu verärgern, denn wir erinnern uns: „Das wird kein Angelurlaub!“ und B.) Trotzdem ein möglichst großes Köderspektrum abdecken zu können, um auf die Gegebenheiten vor Ort entsprechend reagieren zu können. Ich entschied mich für meine Tailwalk Del Sol S672M, eine leichte Barschrute mit einer Länge von 2,04m und einem Wurfgewicht von 3,5-21gr (Alternativ kann ich euch die Cherrypicker von Bullseye mit einem Wurfgewicht von 3-21gr nur wärmstens empfehlen – ein richtig geiles Stöckchen), ausgestattet mit einer 2500er Shimano Stradic.
Sowie für eine Tailwalk EGinn 83M, eine leichte Zanderrute mit einer Länge von 2,51m und einem Wurfgewichtsspektrum von 7-35gr die mit einer 2500er Shimano Twinpower ausgerüstet wurde (Auch hier bieten wir in unserem Shop mit den Hearty Rise Innovation eine super Alternative). Zielfisch sollte vor allem der Barsch werden, daher fokussierte ich mich bei der Zusammenstellung der Köder vor allem auf Größen zwischen 3“ und 4“. Dabei wanderten mehrere Packungen des Keitech Fat Swing Impact in 3,3“, des Noike S.L.T Minnow in 3,5“ und des Keitech Easy Shiners in 3“ und 4“ in meinen Rucksack.
Ergänzt wurde das Setup durch Hardbaits wie den Illex Squirrel in 61 und 67mm, den Noike Kaishin Blade mit entsprechenden Trailern, aber auch Jig Spinner wie der Illex Deracoup durften natürlich nicht fehlen.
Als letztes entschied ich mich für 2 Packungen der Noike Mighty Mama in 2,8“, obwohl ich bis dato kein großer Fan des Carolina Rigs gewesen war – ein Riesenfehler wie sich später noch zeigen sollte.

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An einem Donnerstagnachmittag war es dann so weit, Hund im Auto verstaut, Freundin von der Arbeit abgeholt und auf ging es.
Die Fahrt verlief unspektakulär, auch wenn es bei jedem noch so kleinen Polder, den wir auf dem Weg überquerten in den Fingern juckte.
Aufgrund des Feierabendverkehrs kamen wir erst im dunklen an unserem Bungalow an.
Schnell wurde der Ofen befeuert, ein kühles Amstel verkostet und der Urlaub konnte beginnen.

Am nächsten Morgen wollte ich eigentlich mit zwei Stunden am Wasser in den Tag starten, doch Dank des gemütlichen Bettes und einem ausgiebigen Frühstück wurde aus 7 Uhr, 13 Uhr. Fix hüpfte ich in meine Wathose, schnallte mir meinen schwimmenden Watkescher aus dem Hause Gunki um und machte mich auf den fünfminütigen Weg zum ersten Spot. Angekommen fielen mir sofort die vielen kleinen Kreise an der Wasseroberfläche auf – Baitfisch wohin man auch schaute. Zufrieden mit der Wahl des ersten Spots montierte ich einen S.L.T. Minnow am 10gr Fisherino Tungsten Jig und eröffnete die Session mit meinem ersten Wurf für diesen Urlaub.
Es dauerte nicht lange und es zuckte das erste Mal durch meine Rute, doch der Anschlag ging leider ins Leere.
Offensichtlich hatte ein kleiner Barsch den S.L.T. nicht ganz zu packen bekommen, denn der Köder war nur ein kleines Stück vom Haken gezogen worden. Doch der Biss bestärkte mich darin, dass der Spot richtig gewählt worden war. Und ich sollte Recht behalten.
Denn keine 10 Minuten später donnerte ein Schlag, wie von einem Hammer durch meine rechte Hand und die leichte Barschrute stand krumm. Sofort waren schwere Kopfschläge am anderen Ende der Schnur zu spüren. Nicht sicher ob es sich um einen guten Barsch, oder doch um einen Hecht handelte versuchte ich die Schläge bestmöglich mit der leichten Rute abzufedern.
Nach kurzer Zeit kam der breite Rücken eines schönen Hechtes zum Vorschein. Schnell landete ich den Fisch mit Hilfe des Watkeschers und Erleichterung machte sich in mir breit. Ich befreite den Fisch vom Haken und nach einem kurzen Zwischenstopp auf dem Maßband und einem kurzen Erinnerungsfoto durfte der makellose Esox wieder schwimmen.
Viel mehr ging in der nächsten Stunde nicht mehr und so beendete ich die Session nach nicht einmal zwei Stunden.
Denn: Das war schließlich kein Angelurlaub.  

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Am nächsten Tage wollte ich mir den angrenzenden See vornehmen. Brutaler Wind mit Böen bis zu 70 km/h durchkreuzten jedoch meine Pläne für eine morgendliche Session. Gegen 16 Uhr klarte der Himmel langsam auf und auch der Wind nahm allmählich ab.
So verlor ich keine Zeit, packte mir die Wathose und machte mich auf den Weg zum Spot. Ziel war eine steile Abbruchkante am Ostufer des Sees, welche ich bei meinen Tiefenkartenrecherchen ausfindig gemacht hatte. Der S.L.T. Minnow hatte den Hechtbiss am Vortag ohne Schaden zu nehmen überlebt und so eröffnete ich mit genau diesem Köder die Barschjagd. Lange warten musste ich an diesem Tag nicht.
Bereits in der ersten Absinkphase gab es einen brutalen Biss. Sofort begann der Fisch Schnur von der Rolle zu nehmen und ich justierte die Bremse nach. Doch die Freude über den Biss währte nicht lange. Mit seiner zweiten Flucht schoss der Fisch – vermutlich ein Hecht – die Kante hinab.
Ich spürte noch wie das Geflecht an etwas Scharfen und Harten entlang rieb und schon erschlaffte die Schnur – gerissen – vermutlich an einer der zahlreichen Muschelbänke im See.

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Mein erster Gedanke galt der Sorge um den verlorenen Fisch:
„Hoffentlich kann er sich vom Köder befreien“, war das Erste was mir durch den Kopf schoss.
Doch das bedrückende Gefühl hielt nicht lange an. Am Horizont begann es zu dämmern und der See erstrahlte in einem traumhaft schönen Licht.
Keine zehn Minuten nach Dämmerungsbeginn knallte es erneut in meiner Rute. Ich quittierte den Biss mit einem satten Anschlag und der Fisch hing. Diesmal wollte ich dem Fisch keine Chance geben die Schnur an einer der vielen Kanten zu kappen und lies die Bremse nur einen Hauch weit geöffnet, um lange Fluchten zu verhindern. Schnell und sicher drillte ich den Fisch über die abfallende Kante hinweg.
Kurz darauf erschien der massive Rücken einer Hechtmutti an der Oberfläche, nur um wenige Augenblicke später sicher in den Kescher zu gleiten.
Wieder ein schöner Fisch von über 90cm. Diesmal war er dem Charme meines Keitech Fat Swing Impact in 3,3“ am Fisherino Tungsten Jig erlegen. Während ich mit meiner Lösezange den Haken aus seinem Rachen löste, erwischt mich der Hecht mit seinen Zähnen übel an der rechten Hand. Zurück blieben einige tiefere Schrammen die ordentlich bluteten. Schnell entließ ich den Fisch in die Freiheit und versorgte meine Wunden mit Desinfektionsspray. Glücklich über diesen tollen Fang beschloss ich den Spot noch einmal zu wechseln, um endlich den ersehnten, ersten Barsch meines „Nicht-Angelurlaubs“ zu fangen. Am Maas Altarm angekommen, montierte ich ein Carolina-Rig mit einem 10gr Fisherino Bullet Weight und einer Noike Mighty Mama am Offsethaken als Köder. Die Sonne war gerade am Horizont verschwunden da zuckte es langsam in der Rutenspitze.
Ich hielt kurz inne, straffte langsam die Schnur und setzte den Anschlag. Die kurzen, wilden Kopfschläge verrieten mir sofort, dass es sich um einen Barsch handelte. Kein Riese – aber dennoch der erste Barsch des Trips und mit Mitte 30 auch kein ganz kleiner.  

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In den nächsten 20 Minuten ließen sich noch etwa 5 weitere Barsche zu einem kurzen Landgang überreden. Aufgrund der geringen Größe wurden diese jedoch noch im Wasser abgehakt und released. Als das letzte Licht verschwunden war, beendete ich den Tag und machte mich ziemlich zufrieden auf den Weg zum Bungalow. Nach einem leckeren Abendessen bestehend aus Frikandellen mit Bratkartoffeln ging es ins Bett.

Am nächsten Morgen weckte mich der Wecker um 6:30. Diesmal wollte ich mir die Morgendämmerung nicht entgehen lassen und so machte ich mich zügig auf den Weg ans Wasser. Dort angekommen viel mir sofort die hohe Fischaktivität an der Wasseroberfläche auf und so beschloss ich die ersten Würfe mit einem Popper zu wagen. Doch offensichtlich handelte es sich bei den Fischen in Oberflächennähe lediglich um Weißfische, denn die erhoffte Topwateraction blieb aus. So wechselte ich auf den lieb gewonnenen S.L.T. Minnow von Noike um die aktiven Fische zu suchen.
Es dauerte nicht lange und es gab einen brutalen Einschlag am Ende der Schnur. Sofort wurde mir klar, dass dies ein richtig schwerer Fisch sein musste. Mehrfach nahm der Fisch einige Meter Schnur von der Rolle und startete mehrere Fluchten in Richtung Fahrrinne.
Doch meine Rute fing die harten Schläge gut ab und so kam der Fisch Stück für Stück näher.
Inzwischen war ich mir fast sicher, dass es sich hierbei um einen guten Hecht handeln musste. Umso überraschter war ich, als sich plötzlich die breite silberne Flanke eines massiven Rapfens an der Oberfläche zeigte. Auch wenn ich in der Vergangenheit bereits einige gute Rapfen hatte fangen könnten, so war dieser Stillwasserrapfen der bis dahin stärkste Vertreter seiner Gattung dem ich bis dato begegnet war.
Nach einem letzten Aufbäumen kurz vor dem Kescher gelang es mir auch diesen schönen Fisch zu landen.

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Schnell wurde das Maßband befeuchtet und der Fisch vermessen. Mit 75cm war er zwar nur der zweit größte Rapfen, den ich bis zu diesem Zeitpunkt hatte fangen können, dafür aber der mit Abstand schwerste. Ein beeindruckender Fisch, der nach einem kurzen Foto mit Highspeed wieder zurück in seine Jagdgründe zurückschoss. Im Anschluss konnte ich noch einige kleine Barsche bis maximal 30cm fangen.
Als ich an Land ging, um meine Köderwahl zu überdenken wurde ich von zwei Jungs angesprochen, die zeitgleich mit mir am Spot angekommen waren.
Die beiden Kinder im Alter von etwa 10 Jahren erzählten mir, dass sie seit Tagen vergeblich auf Raubfisch angeln würden.
Schnell ersetzte ich den schief aufgezogenen NoName Gummifisch durch einen Fat Swing Impact in 3,3“, den viel zu schweren Blei Kopf durch einen passenden Fisherino Tungsten Jig und das selbst gezwirbelte Monstrum von Stahlvorfach durch eine filigrane Stahlspitze aus meinem Rucksack. Anschließend erklärte ich den beiden wie sie den Gummifisch mit Hilfe der Faulenzermethode führen sollten.
Nach einigen Probewürfen hatten die Jungs den Dreh raus und ich konnte mich wieder meiner Tackleboxl widmen.
Doch ich war noch nicht ganz bei meiner Tasche angekommen, da schrien die Jungs vor Aufregung.
Ich drehte mich um und sah die krumme Rute in der Hand des älteren Bruders. Vorsichtig half ich den Jungs die Bremse richtig einzustellen und nur wenig später erschien eine fette Hechtmutti an der Wasseroberfläche. Schnell hüpfte ich mit meinem Watkescher ins Wasser, um den Fisch zu landen.
Beim Vermessen des Fisches half ich den beiden Brüdern, die mit der Situation dann doch etwas überfordert waren. Unglaublich! - der erste Hecht im Leben der Jungs und direkt ein Meterfisch. Schnell wurde ein Foto zum Andenken geschossen, auf dessen Veröffentlichung ich an dieser Stelle aber verzichte (Kinderfotos gehören meines Erachtens nicht ins Internet). Voller Stolz brachten die Jungs den Fisch im Kescher zurück ins Wasser und entließen ihn in die Freiheit. Was ein großartiges Erlebnis – nicht nur für die Jungs.
Und als hätte es nicht noch besser werden können gelang es mir mit einem der letzten Würfe endlich den ersten 40Up Barsch des Urlaubs, der natürlich immer noch „Kein Angelurlaub“ war, zu fangen.
Diesmal war es eine der zuvor von mir so verschmähten Noike Mighty Mamas, die am Carolina Rig geführt, den Barsch zum Anbiss verleiten konnte. Beseelt machte ich mich auf dem Weg zum wohlverdienten Frühstück. Am Abend zog ich dann nicht mehr los, denn schließlich war dies ja kein Angelurlaub.

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Der nächste Morgen begann um 6:30 mit dem gnadenlosen Klingeln meines Weckers. Zeitgleich war dies bereis der letzte Morgen den wir vor Ort verbringen sollten. Sichtlich genervt drehte sich meine Freundin zu mir um und mahnte: „Auch wenn das der letzte Morgen ist:
Das ist immer noch kein Angelurlaub!“.
Enttäuschung machte sich auf meinem Gesicht breit und noch bevor ich mich wieder unter meine warme Decke mummeln konnte, gab meine Freundin mit den Worten: „Ach, Verschwinde schon“ nach. Schon stand ich angezogen in der Tür.
Den letzten Morgen wollte ich noch einmal intensiv nutzen, um endlich einen richtig guten Barsch ans Band zu bekommen.
Der 40Up vom Vortag war natürlich ein schöner Fisch gewesen, den ich aber trotzdem gerne noch einmal überbieten wollte.
Nachdem das C-Rig bereits am Vortag geliefert hatte vertraute ich auch diesmal auf die Mighty Mama von Noike.
Bereits nach wenigen Würfen zuppelte es erstmals in der Rutenspitze, doch der Anhieb ging leider ins Leere. Keine 5 Minuten später konnte ich dann aber doch den ersten Barsch des Morgens landen. Kein Riese mit seinen ca. 30cm, aber dennoch ein aussichtsreicher Beginn für die kurze Session.
In der nächsten halben Stunde fing ich noch ein paar weitere Barsche, die aber allesamt zu den kleineren Vertretern ihrer Spezies zählten.
Ich wollte schon fast aufgeben, da ruckelte es heftig in der Spitze, ich hielt kurz inne, die Spitze wackelte erneut und ich quittierte das neuerliche Zuppeln mit einem satten Anhieb. Der Fisch hing und sofort wurde mir klar, dass dies der Fisch war, für den ich das warme Bett etwa zwei Stunden zuvor verlassen hatte. Nach einem kurzen Drill landete ein wunderschöner und für die Jahreszeit bereits gut genährter Barsch in meinem Kescher.
Ein kurzer Blick aufs Maßband verriet, dass es sich bei diesem Fisch um einen schönen Barsch von knappen 45cm handelte.
Etwas kürzer als ich beim ersten Blick vermutet hatte, aber dennoch ein toller Fisch.

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Mit diesem Fang beendete ich auch die letzte Session in diesem Urlaub. Zufrieden verstaute ich alle Sachen im Auto und machte mich zusammen mit meiner Freundin und unserem Hund auf den Rückweg nach Deutschland. Auch wenn sie es über die gesamte Urlaubsdauer versucht hatte zu leugnen, so musste meine bessere Hälfte am Ende doch einsehen, dass dies doch auch ein kleiner Angelurlaub gewesen war.

 

Blogg_Barsch_40Up

 

Meine Packliste für Kurztripps:




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