GEECRACK BAKKAN L IM TEST

Die Bakkan L kommt von der japanischen In-Marke Geecrack und kann bei einigen ausgewählten Online-Shops ergattert werden. In Deutschland bekommt man die Tasche beim JDM-Sepzialisten Nippon-Tackle, wo mich Nippon-Tackle-Chef Fabian Kraft nach eingänglicher Beratung davon überzeugen konnte, dass die Geecrack Bakkan L die Richtige Tackle Tasche für mich sein könnte. Und wer bei Nippon an Puffreisschokolade denkt, der sollte hier lieber nicht mehr weiterlesen

Vorwort

Ich bin immer wieder auf der Suche nach innovativen und guten Tackle-Taschen für die verschiedensten Zwecke. Wenn es um Taschen geht, kann ich jeder Frau Konkurrenz machen! Hier sollte es im Besonderen um das moderne Streetfishing gehen. Und damit meine ich nicht nur das Angeln in Städten, sondern auch das Ufer- und Spundwandangeln mit leichtem und mittelschwerem Gerät. Was mich immer schon störte, dass ich komfortabel nur mit einer Rute am Ufer entlang gehen konnte. Mein Kescher hat mich schon immer gestört. Da ich nicht einen dieser kleinen teleskopierbaren Handkescher habe, die man vom Streetfishing aus Japan für Spundwände und Co. kennt, lag mein Kescher immer auf dem Boden oder stand an einen Baum angelehnt. Ja uncool und unspektakulär. Aber aus dem Typ Spence Olchin kann ja noch ein Doug Heffernan werden.

 Ich habe mir folgendes angewöhnt: Ich stellt meinen Kescher ca. mittig meines Angelsektors ab und befischte dann mit meiner Rute von links nach rechts den Sektor ab. Hatte ich alles abgefischt, habe ich mir mein Equip wieder geschnappt und bin zum nächsten Sektor gegangen den ich mir ausgeguckt habe. Die 20 Meter zurück zu meinem Kescher haben mich nicht gestört. Ich bin jedoch nicht der Fan davon alles auf den Boden zu legen, weil es einfach in hektischen Momenten unhandlich ist. Und oftmals sind Bäume oder Äste in ufernähe auch nicht zu finden, die geeignet als Ablage für den Kescher dienen können. Zudem hat mich meine Angelweste gestört, da die Brusttaschen immer mit kleinen Köderboxen ausgestattet waren und ich mich doch immer irgendwie beim Einholen verbiegen musste. Das ist auf Dauer auch nicht wirklich geil. Was also tun? Eine neue Tasche musste her, die eine gute Größe hat, robust und wasserdicht ist und die mir mehr Komfort am Wasser geben sollte. Und so landete die Geecrack Tackle Bakkan L in meinem Warenkorb und war letzte Woche auf den Weg zu mir nach Hause.

Erster Eindruck – Haptik & Style

Die Geecrack Bakkan L kommt in schnieker carbon/schwarz/orange-Optik daher und weiß vom ersten Moment an zu überzeugen. Der Deckel besteht aus einem Semi-Hardcase und man hat direkt einen sehr stabilen Eindruck von der Tasche. Das gibt Vertrauen in das Tackle und Lust auf mehr. Ähnlich wie beim Auto, wenn man zum ersten Mal die Tür öffnet. Der Griff soll uns auch gleich vom ersten Anfassen an davon überzeugen, dass man es da mit einer soliden Karre zu tun hat (Anm. Ich war tatsächlich mal Autoverkäufer und kenne mich daher auf diesem Gebiet ein wenig aus *grins* – Klima hatter!)

Das Geecrack-Logo ist sehr hochwertig und sauber in das Hardcase eingelassen worden. Öffnen und schließen lässt es sich mit einem Klettverschluss. Was absolut ausreichend ist, wie ich gemerkt habe. Hier war mein erster Gedanke, dass ein Druckknopf oder ähnliches für mehr Stabilität bzw. Komfort sorgen würde. Ich kann aber gleich vorwegnehmen, dass ich gleich beim ersten Angeleinsatz meine vorläufige Meinung revidieren musste. Es ist schlichtweg einfacher immer den Klett zu öffnen, als ständig nen Knopf zu schließen. Und wenn wir ehrlich sind, machen wir das wahrscheinlich genau zwei oder dreimal mit dem Druckknopf und lassen ihn dann sowieso auf. Und wenn wir noch ehrlicher sind, kriegen wir nicht mal den BH unserer Frauen richtig auf. Geecrack denkt hier also an die Männer. Dankeschön dafür!
Nach dem Öffnen des Hardcases sehen wir eine Zwischenebene aus festem Material mit zwei Fächern, wo man ohne weiteres die besten Köder, Schere, etc. verstauen kann. Bei mir landet dort auch mein Schlüssel und Handy. Echt praktisch! Diese Zwischenebene ist herausnehmbar. Ich finde die Ebene extrem praktisch (habe ich das schon mal erwähnt?), daher bleibt sie auf jeden Fall vorerst bei mir drin.

Die Wände der Tasche sind aus einem äußerst hochwertig wirkendem EVA-Material. Den Gecko auf der Rückseite der Tasche hätte man verzichten können. Zumindest, wenn es nach meinem Geschmack geht. Die Tasche fällt in leerem Zustand nicht in sich zusammen. Sie hat also eine gewisse Steifigkeit. Der Tragegurt ist in der länge einstellbar und hat einen von außen orangenen Schulterpolster mit innenliegender Gummierung. So bleibt die Tasche auf der Schulter da, wo sie sein soll. Der ebenfalls orangene Boden besitzt schwarze gummierte Füße. Abgesehen von dem großen Gecko auf der Rückseite, besitzt die Geecrack Bakkan L eine gelungene Optik und die Carbon-Optik auf der Haube, ist definitiv ein Hingucker!

Verarbeitung, Maße und Features

Verarbeitungstechnisch ist die Tasche auf einem sehr hohen Niveau. An der Seite befindet sich eine Halterung für eine Zange, auf der Vorderseite sind 2 Rutenhalter zu finden. Beide Applikationen sind an den Nähten sauber verarbeitet und erwecken den Eindruck, dass diese auch lange halten. Das Material fühlt sich nach einem elastischen Hartgummi an, das genügend Stabilität für Rute und Kescher mit sich bringt.
Die Außenmaße sind 38cm x 26cm x 27cm.
Die Innenmaße liegen bei 36cm x 24cm x 21cm, wenn die Zwischenebene drin ist (Innenmaße laut Nippon-Tackle)
Das natürliche Einsatzgebiet für diese Tasche ist das Boots- und Uferangeln. Gut verstaut und immer griffbereit können 2 Ruten mit an Board gehen. Keine Gefahr mehr drüber zu stolpern bis es Knack macht. Wie schon oben erwähnt, nutze ich die Tasche zum Uferangeln, da ich arme Nudel leider kein Boot besitze.

Praxistest

Was nützt einem die schönste Optik und die besten technischen Details, wenn der Praxistest fehl schlagen würde und das erst recht bei einer Angeltasche, die auf jeden Fall praktisch sein muss. Ich möchte aber direkt Klarheit schaffen: Ich hatte die Bakkan L bisher 3 Mal mit ans Wasser und sie hält was sie verspricht. Sicherlich hat jeder Angler andere Bedürfnisse und Vorlieben. Daher kann ich an dieser Stelle nur meine Meinung wiedergeben und die Art und Weise, wie ich die Geecrack Bakkan L selber nutze.
Ich war vorher mit einer Angelweste oder Schultertasche, einer Rute und einem Kescher unterwegs. Was mir aber fehlte, war die Flexibilität am Wasser und der Komfort meinen Kescher dahin zu stellen, wo ich das wollte. An meinem Hausgewässer, dem Sorpesee, kann ich vom Ufer aus recht gut UL fischen. Durch die kleinen Microjigs und Chatterbaits, bleibt kaum das sommertypische Kraut bei mir hängen. Ich brauche nicht mal Offsethaken. Alternativ kann ich eine kleine Zanderjigge mitnehmen, damit bin ich aber für meine geliebten Barsche overpowerd. Also musste ich mich bis dato immer am Auto entscheiden, wie ich gerne Angeln wollte. Da ich um den See gehe, ist es schwierig einfach mal wieder die Strecke zum Auto zu gehen und wieder zurück. Macht ja kein Mensch. Jetzt kommt die Bakkan L ins Spiel. Nun muss ich mich nicht mehr auf eine Option festlegen, sondern kann beides machen. Ich kann Hardbait-Ruten und UL-/L-Ruten mixen usw. Ich achte bei der Auswahl meiner Ruten ohnehin darauf, dass diese möglichst auch für andere Angelarten eingesetzt werden können, aber wir alle wissen, dass es nicht die eierlegende Wollmichsau gibt. So bin ich jetzt mit 2 Ruten am Wasser und einem Kescher unterwegs, die Tasche gefüllt mit 2 oder 3 Köderboxen. Die braucht es aber auch, damit die Tasche einen stabilen Stand bekommt und das Ganze nicht bei einer kleinen Windböe umkippt. Mit in der Tasche befindet sich bei mir immer etwas Proviant, eine Abhangmatte mit Metermaß (in meinem Fall habe ich die von FoxRage) und ein paar anderen nützlichen Utensilien, auf die ich Bock habe oder meine zu brauchen.

Die Tasche steht somit mit zwei Ruten oder einer Rute plus Kescher sehr stabil. Die Rutenhalter haben einen Durchmesser von ca. 3,8 cm. Was total ausreichend ist auch einen Kescher mit Softgriff, wie meinen FoxRage Speedflow L rein zu bekommen. Die Rutenhalter haben eine Aussparung für die Rolle, damit diese auch beim Transport absolut sicher sitzen. Sofern kein Wald oder kein Baum im Wege sind, lasse ich die beiden Ruten in den Haltern und marschiere mit dem Kescher in der Hand. Da die Rutenhalter unten keinen Boden haben, würde der Kescher ohnehin durchrutschen. Was ich besonders gut finde: Ist die Geecrack Bakkan L auf dem Boden und 2 Ruten in den Haltern, kann man die ohne Probleme hochheben, ohne dass die Tasche auf Grund des Gewichts der Ruten Schlagseite bekommt. Dies ist für mich enorm wichtig in der Handhabung. So kann ich mir einfach die Tasche schnappen und weiter Vollgas geben.
Beim meinem gestrigen Tripp hat es zudem wie aus Eimern geschüttet. Ich dachte mir aber, dass das ein extrem guter Zeitpunkt ist die versprochene Wasserdichtheit zu testen. Und siehe da, es war alles trocken und es blieb alles trocken. Ich meine die Tasche kann ja an sich nichts dafür, dass es reinregnen kann, wenn sie geöffnet ist. Da die Bakkan L keinen Reißverschluss außen hat und nur durch den Klettverschluss geschlossen wird, hatte ich in punkto Wasserdichtheit meine bedenken, die sich aber letztendlich als unbegründet herausstellten. Die Semi-Hardecase-Haube umschließt die eigentliche Tasche einige Zentimeter. Im Prinzip ist der Klettverschluss auch dafür da, dass die Haube nicht einfach vom Wind geöffnet wird. So wirkt es zumindest auf mich, was auch funktioniert.

Die Zangentasche an der Seite ist bei mir zwar befüllt, ich habe die Zange jedoch noch nie benutzt, da ich selber gerne mein oft genutztes Zubehör am Körper habe. Aus diesem Grund hatte ich zwar meine IRON CLAW Doiyo Lure Weste dabei, aber wirklich nur mit dem nötigsten Tools gefüllt, damit es mich beim Auswerfen und Einkurbeln nicht mehr so stört und dementsprechend flacher ist. Vielleicht werde ich mir hier noch eine Bauchtasche holen, damit meine Brust die nötige Freiheit für die Rute und Rolle hat. Da ich nicht der Typ „schlanker Lulatsch“ bin, spielt mir die Wölbung meines Bauches auch nicht gerade in die Kart

Daher habe ich hier vielleicht ein Problem, wo andere gar keines hätten. Ich habe halt auch generell viel Freiheit beim Angeln und bei dem heißen Sommer kam es auch vor, dass ich die Weste abgelegt habe, damit etwas Wind an Rücken und Brust kam. Man schwitzt halt doch mehr. Ich habe aber bei Geecrack schon eine Bauchtausche gesehen, die ich mir wahrscheinlich mal genauer angucken werde.

Fazit und Preis

Die Tasche ist sehr gut verarbeitet, sie fühlt sich hochwertig an und ist absolut wasserdicht. Wer einen flexiblen Begleiter für das Streetfishen oder dem Bootangeln sucht, wird hier definitiv fündig. Ob die Geecrack Bakkan L wirklich zu Dir passt, musst du selber entscheiden. Manche Angler wollen möglichst wenig dabei haben, für die ist die Tasche eher weniger was. Wer aber flexibel am Wasser sein will und alles mit System gut, komfortabel und wasserdicht verstaut haben möchte, der kann getrost zur Geecrack Bakkan L greifen, ja sogar müssen! Günstig ist der Spaß mit 120 Euro jedoch nicht. Dafür bekommt man aber auch eine top verarbeitete Tasche mit hochwertigen Materialien und wahrscheinlich langer Lebenszeit (der Langzeittest steht noch aus). Von mir eine klare Kaufempfehlung!