DAIWA SOKKOU KNOT TOOL IM TEST

Ich weiß, dass bei den meisten Anglern Das Knotenwerkzeug von Daiwa hart kritisiert wird. Klaro, ein Tool was nicht billig ist und womit man etwas machen kann, was Jahrhunderte bereits kostenlos ging, muss sich kräftiger Kritik stellen. Ich wollte dem Tool trotzdem eine faire und objektive Chance geben, fern weg vor den vielen voreingenommen Meinungen in den Foren. Wenn Ihr Bock darauf habt, lest einfach weiter :-)

Ich weiß ja nicht, ob Ihr das kennt, aber ich liebe es einfach so mehr oder minder nützliche Dinge auszuprobieren. Wenn ich durch einen Angelladen laufe, neben aller Online-Shop-Bestellerei sollten wir das doch ab und zu nochmal tun, juckt es mir immer in meinen Fingern, quasi ALLE Zangen, Scheren, Tools, Werkzeuge, Handschuhe, Kleber, Gerüche…(ich könnte das Spielchen noch endlos weitertreiben) in meinen Warenkorb zu legen. Anders gesagt: Die Quengelware von der Supermarktkasse ist für mich der ganze Angelshop. Apropos Finger: Die werden hier noch eine entscheidende Rolle spielen.

Vorwort

Jeder Angler sollte ein bestimmtes Repertoire an Knoten drauf haben. Gott habe jeden selig, der für jede Situation den passenden Knoten hat. Ich muss sagen, dass ich persönlich mit drei Knoten bestens zu 95% durch mein Angelleben komme:

  1. Schlaufenknoten
  2. Wirbelknoten
  3. Schnurverbindungsknoten von Geflecht zu Mono.

Allerdings, und das ist knotenübergreifend, habe ich ein Problem. Meine Finger sind leider nicht Marke Deutschländer Würstchen, sondern eher diese kleinen dicken Würstchen aus der Konserve. Ihr wisst sicher, welche ich meine. Es kommt noch härter. Bildet sich im Winter eine leichte Frostschicht auf dem Treppengeländer meinte ein so mancher Mini-Winis erkannt zu haben, wenn ich das Geländer wieder los gelassen habe und meine Finger an den anliegenden Stellen kleine wurstartige Abdrücke hinterließen.
Also Angeltechnikfreak musste ich dann natürlich nicht lange überlegen, als mir das Daiwa Sokkou Knot Tool in die Hände fiel. Vielleicht die Lösung den ganzen Mobbingattacken (bitte eine Runde Mitleid) ein Ende zu setzen und die wunderschönsten Knoten der Welt zu knoten.

Daiwo Sokkou Knot Tool im Styleecheck

Ok, knapp 20 Euro für eine kleine Häkelnadel ist nicht günstig. Der kleine ca. 10 cm lange Stab fühlt sich jedoch sehr wertig an. Also nichts mit Billigplastik. Schwarz/gelb ist der Kunststoff, der mich als Ruhrpottler und Borusse im extremen Maße anspricht. BTW: HEJA BVB!

Der Schieberegler, um die Einfädelnadel herauszumanövrieren, lässt sich geschmeidig und mit genügend Widerstand drücken. Das Daiwa Sokkou Knot Tool ist bei mir bereits seit 2 Monaten im Einsatz, und ich konnte keine Abnutzung erkennen. Ich glaube auch nicht, dass sich das Sokkou Knot Tool auch so einfach ausleiern lässt. Vorne ziert das Knot Tool eine Stahlspitze und wie erwähnt, lässt sich dort eine Nadel, womit man die Schnur greift, herausschieben.

Verarbeitung, Maße und Features des Daiwa Sokkous

Im Prinzip ist hier bereits alles gesagt worden. Außer, und das habe ich kluges Kerlchen mir für diese Rubrik aufgespart, ist ein kleines Löchlein am gelben Handteil des Daiwa Sokkou Knot Tool. Ich ziehe meistens mit einer Angelweste los, die wirklich nur das Nötigste beinhaltet. Und mittlerweile gehört mein kleines Knotenwunder auch dazu. Durch das Öhr habe ich einfach ein Gummbiband mit Karabiner gezogen und an meine Weste befestigt. Das Daiwa Sokkou Knot Tool hängt so jederzeit in einer Brustinnentasche bereit für seinen Einsatz. Groovy!

Und bisher, das möchte ich an dieser Stelle erwähnen, denkt das Sokkou gar nicht daran am Öhr zu brechen. In der Brusttasche fliegt sonst noch Fluaro und Hakenpackungen rum. Ich bin also schon das eine oder andere Mal an dem Täschchen dran. Funky!

Das Knotenwekzeug im Praxistest

Es ist wie mit allen Sachen. Ohne Übung geht nichts. Die ersten Knoten sahen alles andere als gut aus. Übrigens: Ich beschreibe hier absichtlich nicht, wie das Knoten mit dem Tool funktioniert, da es sich am besten mit Bewegbildern erklären lässt. Dazu an dieser Stelle ein Video von Daiwa Australia:

Man braucht also schon ein paar Wiederholungen, um es auch gescheit hinzubekommen einen guten Knoten binden zu können. Für mich ist es extrem wichtig, dass der Knoten klein und rund ist und sich gut werfen lässt. Da ich überwiegend momentan mit UL- und Finesse-Ruten unterwegs bin, ist dies umso wichtiger. Der Innenring des Spitzenringes sollte schon da bleiben, wo er hingehört. Mein Freund Olek von Angel Ussat, wer den Blog bisher verfolgt hat, wird Olek ein Begriff sein, hat mir zwar den Albright-Knoten gezeigt, der sicherlich einer der besten Knoten für Schnurverbindungen ist. Der Albright braucht jedoch auch 20 Wicklungen bei PE-Schnüren unter 0,01 mm Durchmesser und das ist bei mir eine reine Geduldsprobe. Ihr erinnert Euch: Mini-Winis! Ich dachte mir daher wieso nicht mal das Daiwa Sokkou Knot Tool ausprobieren?

Das Daiwa Sokkou Knot Tool macht den Knoten zwar nicht so fein und geschmeidig, wie ein handgewickelter Albright, jedoch bin ich um ein Vielfaches schneller und der Knoten passt trotzdem durch die kleinen Ringe. Ich achte jedoch immer darauf, dass der Knoten möglichst nicht durch den Spitzenring geht. Bei 50-80 cm Vorfach geht das auch noch mit einer 2m-Rute klar. Zumal zu wenig Schnur die meisten Ruten auch nicht richtig aufladen. Im Eifer des Gefechtes, kann es natürlich schon mal dazu kommen, dass der Knoten mir da durcheiert. Aber das ist wie gesagt auch kein Problem, da der Knoten geschmeidig und fein genug ist. Wer mit 35er Fluoro angelt und extrem feine Beringung hat, kann aber schon mal ein Problem bekommen. Ich denke aber, das wäre beim Albright nicht viel anders.
Das Daiwa Sokkou Knot Tool ist übrigens für folgende Schnurstärken ausgelegt:

  1. Monofile Schnüre bis 0,40 Durchmesser
  2. Geflechte bis 0,25 Durchmesser

Fazit & Preis – Kann das Daiwa Sokkou überzeugen?

ch weiß, dass wir Angler eitel sind. Seien wir doch mal ehrlich. Jeder kennt die besten Tricks und fängt die dicksten Fische. Bei mir stimmt das natürlich (muahahah). Daher soll jeder gerne bei seiner Technik bleiben. Das Daiwa Sokkou Knot Tool kostet im Handel normalerweise 17,99 Euro. Bei verschiedenen Online-Shops habe ich ihn bereits für 20 und mehr gesehen. Wer sich einen zulegen möchte, sollte erstmal den Markt sondieren. Mit einmal Googlen sind da immerhin ein paar Euros gespart.

Ich dachte am Anfang ehrlich gesagt, dass ich wahrscheinlich nur Geld aus dem Fenster schmeißen werde. Wie ich das schon so oft bei meinen Impulskäufen getan habe. Anfänglich noch mit dem erwähnten händischen Albrightknoten unterwegs, habe ich dann einfach mal, nachdem ich bereits 3,5 Nervenzusammenbrüche beim Binden eines Verbindungsknotens bei windigem Wetter bekommen habe, ausprobiert. Nach drei oder vier Versuchen saß der 5. bereits nahezu ganz gut. Und ehrlich: Viel schneller kann man keinen Knoten binden. Bei mir ist er mittlerweile immer dabei. Ich gehe ab und zu auch mal mit Freunden angeln, die nicht so viel mit Raubfischangelei zu tun haben und geflochetene Schnüre nahezu fremd sind. Ein- oder zweimal den Knoten vorgemacht und schon muss ich nicht nach jedem Abriss ständig den Schnurdoktor spielen. Für Anfänger oder für diejenigen, die nicht jeden Tag auf Raubfisch gehen ein perfektes Tool.

Wind und Wetter sind mir mittlerweile egal. Die Finger fast taub vom eisigen Wind? Na mir doch Latte! Ich drehe drei-, viermal am Sokkou Knot Tool und schon sitzt der Knoten. Das Tool legt bei mir einfach den Finger in die Wunde. Aus diesem Grund möchte ich Ihn nicht mehr missen. Im Web kursieren bereits auch ein paar Videos für einfache Nachbauten, wer nicht die knapp 20 Ocken ausgeben möchte. Letztendlich müsst Ihr Euch entscheiden, ob es Euch das Geld Wert ist. Solltet Ihr unentschlossen sein, dann einfach im Web bestellen, ausprobieren (man bekommt das Daiwa Sokkou Knot Tool wunderbar aus der Verpackung ohne diese zu beschädigen) und dann entscheiden. Wie bei der Bakkan L von Gecrack, gibt es auch hier einen Daumen hoch und eine Kaufempfehlung für all diejenigen, die sich gerne das Leben etwas leichter machen.
Haunse,
euer Mini-Wini… öhm Thomas ;-)